Linke laut Prognose stärkste Kraft in Berlin · AfD erstmals vorn in Mecklenburg-Vorpommern · Schwerster Drohnenangriff auf die Region Moskau
Tech & KI
Nach KI-Warnungen: EU-Digitalpolitiker fordern strengere Regulierung
Nach einer Reihe von Zwischenfällen mit Künstlicher Intelligenz mehren sich in Europa die Forderungen nach schärferen Regeln für die Technologie. Der CDU-Europaabgeordnete Axel Voss äußerte sich in diesem Sinn gegenüber NDR Info: Es gebe „ernsthafte Risiken“, die zu Kontrollverlusten führen könnten; die Politik müsse Instrumente entwickeln, um Algorithmen zu überwachen und Haftungsfragen durchzusetzen. Zuvor hatten mehrere große KI-Firmen selbst vor den Risiken ihrer Entwicklung gewarnt; Anthropic-Gründer Dario Amodei hatte gesagt, KI könne in sechs bis zwölf Monaten weite Teile des Internets kontrollieren. Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hatte zudem über neue Zwischenfälle informiert. Im Hintergrund würden laut Beteiligten bereits Firmen an „guter“ KI arbeiten, also an Systemen, die andere KI-Modelle überprüfen.
Quellen: tagesschau.de · Süddeutsche ZeitungOpenAI verschiebt seinen Börsengang, Anthropic wartet länger
Die Sicherheitsdebatte in der KI-Branche bekommt eine wirtschaftliche Dimension: OpenAI-Chef Sam Altman sagte laut Berichten in einem Interview mit dem Magazin „Fortune“, sein Unternehmen werde in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr an die Börse gehen. Hintergrund sei die Verantwortung für die Sicherheit der Technologie. Zeitungenberichten zufolge strebt OpenAI parallel in frühen Finanzierungsrunden eine Bewertung von rund 1,2 Billionen US-Dollar an. Der Konkurrent Anthropic verschiebt seinen Börsengang laut dem „Wall Street Journal“ wegen der KI-Sicherheitsdebatte in den November. Beide Unternehmen begründen das Zögern damit, dass öffentliche Kapitalmärkte kurzfristige Renditeerwartungen mit langfristigen Sicherheitsvorkehrungen schwer vereinbaren.
Quellen: Investing.com · Süddeutsche ZeitungKalifornien könnte einen „Notschalter“ für KI vorschreiben
Im US-Bundesstaat Kalifornien wird über gesetzliche Anforderungen an einen Abschaltmechanismus für Künstliche Intelligenz diskutiert. Die Idee: Entwickler großer Modelle müssten eine Art „Notausschalter“ bereitstellen, mit dem sich gefährliche Systeme im Notfall abschalten lassen. Auch für Anleger könnten Transparenzpflichten entstehen. Die Debatte reiht sich ein in die Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen nach mehreren Zwischenfällen mit KI-Systemen; in Kalifornien sind zahlreiche führende KI-Unternehmen ansässig.
Quellen: ARIVA.DEWirtschaft & Finanzmärkte
IW verdreifacht Konjunkturprognose: 1,2 Prozent Wachstum erwartet
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat seine Prognose für die deutsche Konjunktur deutlich angehoben: Statt 0,4 Prozent werden für 2026 nun 1,2 Prozent Wachstum erwartet, wie aus der Herbstprognose der Kölner Forscher hervorgeht. Hauptgründe sind ein überraschend starkes erstes Halbjahr und der erstmals das ganze Jahr verfügbare schuldenfinanzierte Sonderfonds für die Infrastruktur. Für das nächste Jahr rechnet das IW mit knapp einem Prozent. Zugleich warnt das Institut: Im zweiten Halbjahr lasse die Dynamik nach, Sondereffekte beim Export liefen aus, und der private Konsum leide unter hohen Energiepreisen. Das Staatsdefizit dürfte 2026 laut IW bei rund vier Prozent der Wirtschaftsleistung liegen.
Quellen: n-tv.de · RTL.deFirmenpleiten: Insolvenzen auf höchstem Stand seit 13 Jahren
Die Amtsgerichte in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 rund 12.800 Unternehmensinsolvenzen registriert — der höchste Stand seit dem Jahr 2013. Das entspricht rechnerisch mehr als 70 Firmenpleiten pro Tag. Besonders betroffen war laut Statistischem Bundesamt der Bereich Verkehr und Lagerei. Die Zahl der Insolvenzen lag deutlich über dem Vorjahresniveau; im Juni allein stieg sie um rund 15 Prozent gegenüber Juni 2025. Als Gründe nennen Experten unter anderem gestiegene Energie- und Finanzierungskosten sowie schwache Auftragseingänge.
Quellen: sol.de · agrarzeitung.deErzeugerpreise im August um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland lagen im August 2026 laut Statistischem Bundesamt um 4,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber Juli 2026 stiegen die Preise um 1,1 Prozent — ebenfalls stärker als von Analysten erwartet, die nur mit rund 0,6 Prozent gerechnet hatten. Für den jährlichen Anstieg waren vor allem Energie und Metalle ausschlaggebend. Die Entwicklung gilt als früher Indikator für die spätere Preisentwicklung im Konsum und dürfte die Diskussion über den Inflationskurs nicht entspannen.
Quellen: Statistisches Bundesamt · DIE ZEITKrypto-Abendblick: Bitcoin bleibt am Sonntag über 81.000 Dollar
Am Sonntag hat Bitcoin seine Gewinne aus der Vorwoche weitgehend gehalten und notierte am Abend bei rund 81.100 US-Dollar. Der Kurs war am Samstag erstmals wieder über die Marke von 81.000 Dollar gestiegen; Unterstützung kommt laut Marktbeobachtern weiterhin aus Zuflüssen in Krypto-ETFs. Die zweitgrößte Kryptowährung Ether lag am Sonntag hingegen rund 1,9 Prozent im Minus. Die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarkts war in der Woche um mehr als fünf Prozent auf etwa 2,86 Billionen Dollar gestiegen. (Krypto wird rund um die Uhr gehandelt; die klassischen Börsen bleiben am Wochenende geschlossen, daher gibt es keinen Tagesrückblick zu Aktienindizes.)
Quellen: TradingKey · aktien.newsWeltgeschehen
Berlin: Linke laut Prognose stärkste Kraft vor CDU und AfD
Nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr zeichnete sich bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin laut der ersten Prognose von infratest dimap ein Sieg der Linkspartei ab: Sie kommt demnach auf 24,5 Prozent der Stimmen und hätte ihr Ergebnis von 2023 damit in etwa verdoppelt. Die CDU folgt mit 20,0 Prozent, die AfD liegt bei 16,0 Prozent, die Grünen bei 15,0 und die SPD bei 12,0 Prozent. Das BSW könnte mit 5,0 Prozent ins Parlament einziehen, die FDP würde mit 2,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Wahlbeteiligung liegt laut Prognose bei 75 Prozent. Wer Regierender Bürgermeister wird, ist weiter offen — beide führenden Parteien bräuchten demnach zwei Koalitionspartner. Es handelt sich um erste Prognosewerte; verlässliche Hochrechnungen wurden im Laufe des Abends erwartet.
Quellen: rbb24 · BR24Mecklenburg-Vorpommern: AfD erstmals stärkste Kraft, CDU stürzt ab
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD laut ARD-Prognose erstmals auf Platz eins: 37 Prozent der Stimmen bedeuten ein Plus von rund 20 Prozentpunkten gegenüber 2021. Knapp dahinter folgt die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 Prozent — sie verliert damit nach 28 Jahren den Status als stärkste Partei im Land. Die Linkspartei kommt auf 7,5 Prozent, während die CDU mit 5,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis in dem Land droht; ebenso wie die Grünen (5,5 Prozent) und das BSW (5,0 Prozent) muss sie um den Einzug in den Landtag zittern. Bundes-AfD-Chef Tino Chrupalla sprach von einem „sensationellen Ergebnis“ und kündigte Gesprächsangebote an alle Parteien an. Eine Fortsetzung der rot-roten Koalition käme den Zahlen nach nicht zustande.
Quellen: tagesschau.de · Berliner MorgenpostUkraine-Krieg: Schwerster Drohnenangriff auf die Region Moskau
Bei einem der bislang schwersten ukrainischen Drohnenangriffe auf die Oblast Moskau sind nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, mehrere wurden verletzt, als Drohnen in Wohnhäuser einschlugen. Nach Darstellung der Behörden ist es der bisher größte Drohnenangriff auf die Region; mehr als 1000 Drohnen sollen unterwegs gewesen sein. Mehrere Drohnen erreichten demnach das Gelände einer Ölraffinerie in der Hauptstadt, über der Rauch aufstieg; in Moskau selbst habe es keine Toten gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der Angriff erfolgte am letzten Tag der dreitägigen Wahl zur russischen Staatsduma.
Quellen: tagesschau.de · Berliner ZeitungNordkorea feuert innerhalb von drei Stunden zwei Raketen ab
Nordkorea hat am Sonntag nach Angaben des südkoreanischen Militärs innerhalb weniger Stunden zwei ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Das erste Geschoss startete dem Generalstab in Seoul zufolge gegen 15 Uhr Ortszeit (Ortszeit) von der Ostküste nahe Wonsan und legte rund 450 Kilometer zurück; die zweite Rakete startete gegen 17.50 Uhr und flog mehr als 600 Kilometer. Beide Geschosse gingen außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone ins Meer, Schäden oder Verletzte wurden nicht gemeldet. Die USA und Südkorea hätten die Starts gemeinsam verfolgt, auch Japan sei informiert worden. Es war bereits die zweite Serie nordkoreanischer Raketenstarts binnen rund einer Woche.
Quellen: Berliner Zeitung · n-tv.de