Guterres drängt auf KI-Dialog der Großmächte · Bund und Länder beschließen Tankrabatt · Russland wählt neues Parlament
Tech & KI
UN-Generalsekretär Guterres fordert KI-Gespräche zwischen USA, China und Europa
UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA, China und Europa zu ernsthaften Gesprächen über die Sicherheit künstlicher Intelligenz aufgerufen. Entscheidend sei ein echter Dialog zwischen den Ländern mit dem größten KI-Potenzial, zu denen er ausdrücklich auch Europa zählt. Das Tempo der KI-Entwicklung müsse angemessen gesteuert und durch gemeinsame Leitplanken begrenzt werden; als positives Zeichen wertete er die Gesprächsbereitschaft des US-Finanzministers Scott Bessent gegenüber China. Einer privilegierend gedachten Wettlauflogik erteilte Guterres eine Absage: Es wäre eine Katastrophe, wenn Supermächte glaubten, möglichst schnell rennen zu müssen, um die jeweils andere zu besiegen. Als historisches Vorbild verwies er auf den Dialog der USA mit der Sowjetunion nach der Kubakrise.
Quellen: DIE ZEIT · The European StingAnthropic: Claude erledigt bereits 26 Prozent der eigenen Forschungsarbeit
Das KI-Unternehmen Anthropic hat offenbart, dass sein Modell Claude im August rund 26 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Unternehmens übernommen hat — ein Viertel der Arbeit am eigenen Nachfolger also bereits in KI-Hand. Das Unternehmen sprach von einem wichtigen Messwert für die sogenannte rekursive Selbstverbesserung und warnte zugleich: Modelle, die ihre eigene Entwicklung beschleunigen, könnten für Menschen schwieriger zu verstehen und zu kontrollieren sein. Anthropic forderte die Branche auf, solche Kennzahlen offenzulegen, damit nachvollziehbar bleibt, wie nah die Welt einer vollautonomen Selbstverbesserung kommt. Vollständig autonom arbeitet Claude den Angaben zufolge noch nicht.
Quellen: Euronews · Tages-AnzeigerEx-OpenAI-Forscher Kokotajlo: „Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten"
Der frühere OpenAI-Forscher Daniel Kokotajlo, heute Leiter des „AI Futures Project" in Berkeley, hat eine weitreichende staatliche Einschränkung der KI-Entwicklung bei OpenAI und Anthropic gefordert. Den großen US-Entwicklern unterstellte er „Safety Washing": Ihr Wunsch nach Regulierung diene vor allem der eigenen Machtsicherung, während eine Verlangsamung der automatisierten KI-Entwicklung nicht ernsthaft verfolgt werde. Besonders gefährlich sei die geplante Automatisierung der KI-Forschung selbst, weil sich dabei das Tempo des Fortschritts erheblich beschleunige und Fehler seltener bemerkt würden. Erst mit vollständiger Transparenz, breiter Machtverteilung und einem Not-Ausschalter dürfe eine Superintelligenz-Entwicklung fortgesetzt wer den.
Quellen: DER SPIEGEL · TagesspiegelNYT-Klage: Interne Äußerung nennt OpenAI-Datennutzung „größten Diebstahl der Arbeitsleistung"
Im Urheberrechtsstreit der „New York Times" gegen OpenAI und Microsoft ist ein Gerichtsdokument mit internen Äußerungen eines führenden Microsoft-Mitarbeiters bekannt geworden. Demnach bezeichnete Brent Hect die Nutzung von Millionen von Zeitungsartikeln für das Training von KI-Modellen als „unfassbaren Diebstahl von beispiellosem Ausmaß" und möglicherweise „größten Diebstahl von Arbeitsleistung in der Geschichte der Menschheit". OpenAI hatte sich Berichten zufolge an mehr als zehn Millionen Nachrichtentexten bedient, fast ein Drittel davon von der „New York Times". Microsoft erklärte, die Äußerungen seien die persönliche Ansicht eines einzelnen Mitarbeiters.
Quellen: The Mercury News · FuturismWirtschaft & Finanzmärkte
Bund und Länder einigen sich auf Tankrabatt von 17 Cent und Spritpreisdeckel
Nach tagelangen Verhandlungen haben sich Bund und Länder auf ein milliardenschweres Entlastungspaket für Autofahrer verständigt. Von Oktober bis Jahresende sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter; inklusive Umsatzsteuer ergibt das einen Rabatt von 17 Cent je Liter. Die Kosten von insgesamt 2,5 Milliarden Euro teilen sich Bund und Länder je zur Hälfte. Zudem soll spätestens zum 1. Januar ein Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs und Belgiens folgen, für den Gespräche mit der Mineralölwirtschaft aufgenommen werden. Bundeskanzler Friedrich Merz verwies auf die Belastungsgrenze der Autofahrer; Wirtschaftsministerin Katherina Reiche blieb skeptisch und knüpfte einen Deckel an die Gewährleistung der Versorgungssicherheit.
Quellen: n-tv.de · retail-news.deDiesel erreicht mit 2,471 Euro pro Liter ein neues Allzeithoch
Der Dieselpreis an deutschen Tankstellen hat erneut einen Rekordwert erreicht: Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter zuletzt 2,471 Euro, wie der ADAC meldete — nach einem ebenfalls rekordträchtigen Vortag. Der Benzinpreis gab dagegen leicht nach. Ursache der hohen Preise ist die Eskalation in Nahost und am persischen Golf: Die Sperrung der Straße von Hormus hält große Mengen Rohöl und raffinierter Produkte wie Diesel vom Weltmarkt fern, zudem sind Förder- und Raffinerieanlagen in der Region beschädigt. Auch von der Ukraine zerstörte Raffinerien in Russland tragen zu der Verknappung bei.
Quellen: tagesschau.de · n-tv.deBank of Japan hebt Leitzins auf höchsten Stand seit 31 Jahren
Die Bank of Japan hat ihren Leitzins wie erwartet auf 1,25 Prozent angehoben — der höchste Stand seit rund 31 Jahren. Ausschlaggebend sind die anhaltend hohe Inflation und der schwache Yen, gegen die die Notenbank mit einer strafferen Geldpolitik vorgeht. Der Schritt setzte die jüngste Serie globaler Zinsentscheidungen fort, nachdem bereits die US-Notenbank Fed ihre erste Erhöhung seit 2023 beschlossen hatte. An den Märkten wird vor allem die Frage verfolgt, wie weit Tokio die Straffung fortsetzen wird.
Quellen: Handelsblatt · AP NewsWeltgeschehen
EU-Mission Aspides erhöht Alarmstufe im Roten Meer
Die EU-Flottenmission Aspides hat angesichts der Bedrohung durch die Huthi-Milizen die Alarmstufe ihrer Schiffe erhöht. Die im Jemen ansässigen, vom Iran unterstützten Huthis hatten in der Vorwoche die Kontrolle über die gesamte jemenitische Rotmeerküste und die Straße von Bab al-Mandab erlangt — eine lebenswichtige Arterie für saudi-arabische Ölexporte. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte, Europa helfe weiterhin, die Schifffahrt vor Angriffen zu schützen; die Eskalationsgefahr für die globale Ölversorgung ist groß, zumal die Straße von Hormus bereits durch den weiteren Nahost-Krieg beeinträchtigt ist.
Quellen: The Jerusalem Post · Wikipedia (Hintergrund Operation Aspides)Russland wählt inmitten des Ukraine-Kriegs ein neues Parlament
In Russland hat die dreitägige Wahl zur Staatsduma begonnen. Ein Sieg der Partei von Präsident Wladimir Putin gilt als praktisch sicher; echte Konkurrenz gibt es nach dem Ausschluss bzw. der Zerschlagung der unabhängigen Opposition nicht. Beobachter u nd die Beobachtungsplattform des Europarats sprechen von einer Scheinwahl ohne demokratische Legitimation. Die Abstimmung findet zum ersten Mal seit dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine statt, der das Land außenpolitisch isoliert und wirtschaftlich unter Druck gesetzt hat.
Quellen: Süddeutsche Zeitung · t-online.deKanada rückt näher an die EU: Debatte über assoziierte Mitgliedschaft
Angesichts des Drucks aus Washington rückt eine engere Bindung Kanadas an Europa in Reichweite. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine Art assoziierte Mitgliedschaft Kanadas ins Gespräch gebracht — ein Status, den es in dieser Form bislang noch nicht gibt. Kanadas Premierminister Mark Carney begrüßte den Vorschlag und sprach sich vor dem Parlament für eine Vertiefung der Beziehungen zu Europa aus. Der Vorstoß ist eine Reaktion auf die Spannungen mit US-Präsident Donald Trump, der Kanada mit Zöllen und politischem Druck zu einer engeren Anbindung an die USA drängen will.
Quellen: AP News · AP NewsMacron kündigt Schutzplan für französische Infrastruktur an
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die kritische Infrastruktur des Landes besser gegen hybride Angriffe schützen. Anlass sind unter anderem Sabotageverdacht und Störungen, die in den vergangenen Monaten mehrfach Einrichtungen in Europa getroffen haben und teils Russland zugeschrieben werden. Der Plan sieht demnach eine bessere Absicherung und Überwachung sensibler Anlagen etwa aus den Bereichen Energie, Wasser und Telekommunikation vor. Frankreich reagiert damit auf eine als wachsend empfundene Bedrohungslage in Europa.
Quellen: Berliner Zeitung · nachrichten.fr