Freitag, 18. September 2026 · Morgenausgabe · erstellt um 06:42 Uhr (Europe/Berlin)

Von der Leyen plant Social-Media-Verbot für Kinder · Bank of England hält Zinsen · Tusk warnt vor russischen Angriffsplänen

Tech & KI

EU-Kommission plant Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen Gesetzesvorschlag für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren vorgestellt. Mit der Initiative reagiert Brüssel auf die Sorge um die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, die täglich viele Stunden am Smartphone verbringen. In die Debatte fließen zudem Erfahrungen mit Deepfakes ein, die für Heranwachsende schwer erkennbar sind. Der Vorschlag muss nun den legislativen Prozess in der EU durchlaufen.

Quellen: DIE ZEIT · DiePresse.com

Aufholjagd bei industrieller KI: Europa nähert sich dem US-Niveau

Bei den Investitionen in künstliche Intelligenz für die Realwirtschaft holt Europa deutlich auf. Nach Angaben der Beratungsfirma McKinsey und des Branchennetzwerks Boardwave stiegen die Investitionen in industrielle KI-Anwendungen im e rsten Halbjahr 2026 auf rund 6,8 Milliarden Euro — das entspricht etwa 44 Prozent des US-Niveaus und viermal so viel wie noch 2018. Während Europa bei großen Sprachmodellen weiter im Rückstand gesehen wird, zeigt sich damit zumindest im industriellen Bereich eine spürbare Annäherung an die Spitze.

Quellen: n-tv.de · heise online

Lagarde fordert 600 Milliarden Euro für europäische KI

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat ein Investitionsprogramm von rund 600 Milliarden Euro für die europäische Künstliche Intelligenz gefordert. Damit soll die technologische Lücke zu den USA und China geschlossen werden, die sich auch im Verhältnis zur wirtschaftlichen Bedeutung Europas in der Forschung und bei Rechenkapazitäten zeigt. Die Forderung unterstreicht, wie sehr die KI-Debatte inzwischen auch die Finanz- und Geldpolitik erreicht hat.

Quelle: ad-hoc-news.de

Wirtschaft & Finanzmärkte

Bank of England lässt Leitzins unverändert — Zinserhöhung rückt näher

Die Bank of England hat ihren Leitzins wie erwartet bei 3,75 Prozent belassen, zugleich aber eine mögliche Anhebung angedeutet. Notenbankchef Andrew Bailey erklärte, die gestiegenen Energiekosten infolge des Nahost-Krieges hätten die Preise und Löhne in Großbritannien bislang nur begrenzt beeinflusst — je länger die Volatilität anhalte, desto wahrscheinlicher werde jedoch eine Straffung. Die Entscheidung folgt auf den Zinsschritt der US-Notenbank Fed am Mittwoch, dem ersten seit 2023.

Quellen: finanzen.net · FUW

Bank of Japan vor Zinsschritt auf 31-Jahres-Hoch

Für den Freitag wird in Tokio ein weiterer Zinsschritt der Bank of Japan erwartet, der den Leitzins auf ein 31-Jahres-Hoch heben könnte. Ausschlaggebend sind die hohe Inflation und der schwache Yen, gegen den die Notenbank mit einer Straffung der Geldpolitik vorgehen will. An den Märkten wird der Schritt mit Spannung verfolgt, weil eine überraschend hohe Anhebung den Yen stark aufwerten und internationale Anleihemärkte bewegen könnte.

Quellen: MarketScreener · Aktien.news

IMK verdoppelt Konjunkturprognose: 1,3 Prozent Wachstum für 2026

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hat seine Prognose für die deutsche Wirtschaft mehr als verdoppelt: Für 2026 werden nun 1,3 Prozent Wachstum erwartet. Das Auftragspolster der Industrie und Entlastungen bei den Lohnnebenkosten stützen demnach die Konjunktur. Als Belastung bleiben hingegen die hohen Energiepreise, die den privaten Konsum dämpfen.

Quellen: n-tv.de · Free Malaysia Today

Inflation im Euroraum bei 3,2 Prozent — niedriger als befürchtet

Die Teuerungsrate im Euroraum lag im August nach zweiter Schätzung von Eurostat bei 3,2 Prozent und damit leicht unter der Vorabmeldung. Der Wert liegt weiterhin deutlich über dem Zielwert der EZB von zwei Prozent, dämpft aber Befürchtungen einer schnelleren Eskalation der Preissteigerungen. Die zweite Schätzung war am Donnerstag in Brüssel veröffentlicht worden.

Quelle: Handelsblatt

Weltgeschehen

Tusk: Russische Pläne sehen hybride Angriffe auf Ukraine-Unterstützer vor

Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat im Parlament vor russischen Angriffsplänen gewarnt. Geheimdienst Erkenntnissen zufolge gehören dazu auch hybride Schläge mit Drohnen und Raketen auf Länder, die die Ukraine unterstützen — ausdrücklich einschließlich Polens. Tusk sprach im fünften Jahr des Krieges von einer ernstzunehmenden Bedrohung, der sich das Land stellen müsse.

Quellen: tagesschau.de · DER SPIEGEL

Schwerer russischer Angriff auf Kiew — mindestens 16 Verletzte

Ein russischer Beschuss mit Marschflugkörpern und Drohnen hat in der Nacht zum Donnerstag in der ukrainischen Hauptstadt mindestens 16 Menschen verletzt. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden mehr als zehn Orte getroffen; unter den Verletzten sind Berichten zufolge auch zwei Kinder. Die ukrainische Luftwaffe meldete, 131 russische Luftziele zerstört oder unterdrückt zu haben.

Quellen : finanz-echo.de · ZDFheute

Ukraine und Russland tauschen erneut Leichen Gefallener aus

Die Ukraine hat im Rahmen eines Austauschs mit Russland die Leichen von 252 Gefallenen zurückerhalten; Moskau erhielt Berichten zufolge 23 Körper zurück. Der Austausch von Gefallenen und Kriegsgefangenen gehört zu den wenigen Bereichen, in denen die Kriegsparteien weiterhin zusammenarbeiten. Die Repatriierung wurde von der ukrainischen Koordinierungsstelle bestätigt.

Quellen: ad-hoc-news.de · DIE ZEIT

Venezuela: Opponent während laufender Übergangsgespräche verhaftet

In Venezuela ist ein früherer Oppositionsbürgermeister festgenommen worden — ausgerechnet während des zweiten Verhandlungsrundes zwischen der Übergangsregierung und Teilen der Opposition in Caracas. Der Ex-Politiker war erst zu Wochenbeginn nach zwei Jahren im Exil zurückgekehrt und wurde Berichten zufolge nach einem Zeitungsinterview von Geheimdienstmitarbeitern festgesetzt. Der Vorfall stellt eine Belastungsprobe für die von den USA unterstützten Gespräche dar.

Quellen: La Nación · El Diario NY

Bundeswehr erhält ersten F-35-Tarnkappenjet

Die Bundeswehr bekommt nach Planungen aus den Vorjahren am Freitag ihren ersten Tarnkappenjet vom Typ F-35. Das Flugzeug gilt als nahezu unsichtbar für Radar und soll künftig auch Aufgaben im Rahmen der nuklearen Teilhabe übernehmen. Die Auslieferung markiert den Auftakt eines Großauftrags, mit dem die Luftwaffe ihre Flotte modernisiert.

Quellen: t-online.de · Abendblatt