Freitag, 18. September 2026 · Abendausgabe · erstellt um 18:47 Uhr (Europe/Berlin)

Klingbeil fordert KI-Tempo für Europa · Diesel-Preis auf Rekordhoch · Trump droht EU wegen Kanada-Allianz

Tech & KI

Klingbeil: Europa muss bei Künstlicher Intelligenz "schnell handeln"

Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat am Rande des Treffens der EU-Finanzminister in Dublin mehr Tempo bei der Entwicklung und Regulierung Künstlicher Intelligenz in Europa gefordert. Es sei "zeitkritisch", sagte Klingbeil; die Zukunft der Technologie wolle er nicht US-Techmilliardären wie Elon Musk oder Peter Thiel überlassen. Europa müsse sich als zweitgrößter Wirtschaftsraum der Welt seiner Macht im KI-Bereich bewusst werden. Die Debatte über KI-Risiken hatte sich seit dem Sommer nach mehreren Vorfällen mit eigenmächtigen KI-Agenten verschärft.

Quellen: tagesschau.de (Finanzministertreffen Dublin) · DIE ZEIT

EU-Kommission legt Details zum EU Kids Act vor: Drei Altersstufen für Social Media

Nach dem Vorstoß von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die EU-Kommission in Straßburg weitere De tails ihres geplanten EU Kids Act präsentiert. Kern ist ein stufenweiser Ansatz: Kinder unter 13 Jahren sollen soziale Netzwerke gar nicht nutzen dürfen, 13- und 14-Jährige nur Profile mit eingeschränkten Funktionen unter elterlicher Aufsicht, und erst ab 15 Jahren soll eine eigenständige Nutzung möglich sein. Für alle unter 18-Jährigen sollen zudem endloses Scrollen, Nachrichten von Fremde und nächtliche Benachrichtigungen abgeschafft werden. Die Vorschläge gehen nun in die Verhandlungen von Europaparlament und Rat.

Quellen: tagesschau.de · EU-Kommission · MDR

Bitkom-Umfrage: Fast jeder zweite Deutsche hört Podcasts

Rund 54 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren hören einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge zumindest gelegentlich Podcasts. Besonders beliebt sind demnach Lifestyle-Formate zu Reisen, Fitness und Trends (75 Prozent), gefolgt von Nachrichten- und Informationsangeboten (71 Prozent) sowie Wissen und Bildung (68 Prozent). Wirtschafts- und Finanzpodcasts interessieren 53 Prozent der Hörer, True-Crime-Formate kommen auf 45 Prozent — Comedy (24 Prozent) und Popkultur (27 Prozent) liegen deutlich dahinter.

Quellen: n-tv.de · News on Tour

Wirtschaft & Finanz märkte

Diesel so teuer wie nie — Bundesregierung ringt um Entlastungen

Der Dieselpreis hat an deutschen Tankstellen erneut ein Allzeithoch erreicht: Ein Liter kostete zuletzt im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,471 Euro, wie eine ADAC-Auswertung zeigte. Auch Super E10 bewegt sich auf Rekordniveau. Als Hauptgrund gilt der gestiegene Ölpreis im Gefolge des Iran-Kriegs. Während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sich nunmehr für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Sprit ausspricht, fordert die Güterverkehrsbranche stattdessen einen günstigeren Gewerbediesel; Finanzminister Klingbeil will rasch ein "klares Signal an den Zapfsäulen" setzen.

Quellen: tagesschau.de · ADAC · DIE ZEIT

Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet — Energie als Treiber

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im August 2026 laut Statistischem Bundesamt um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen — nach 3,0 Prozent im Juli. Zum Vormonat nahmen die Preise um 1,1 Prozent zu und lagen damit ebenfalls über den Analystenerwartungen. Als Haupttreiber gelten vor allem Mineralölerzeugnisse infolge des Konflikts im Nahen Osten. Die Zahlen nähren die Sorge, dass sich die Energiekosten weiter in die Verbraucherpreise durchsetzen könnten.

Quellen: Statistisches Bundesamt · DIE ZEIT · DER SPIEGEL

EU-Finanzminister beraten in Dublin über Übergewinnsteuer und Sprit-Entlastung

Die Finanzminister der EU kommen in Dublin zu ihrem zweitägigen Treffen zusammen. Neben der Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors stehen die hohen Spritpreise im Fokus: Klingbeil wirbt für eine europäische Übergewinnsteuer auf Mineralölkonzerne und einen Preisdeckel, stößt damit aber auf Widerstand. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis dämpfte die Erwartungen und verwies darauf, dass es derzeit keinen entsprechenden Vorschlag auf EU-Ebene gebe. Diskutiert werden zudem Mehrwertsteuer-Senkungen und Direktzahlungen für Geringverdiener.

Quellen: tagesschau.de · it-boltwise.de

DAX und ATX geben zum Wochenschluss ab — Wall Street weitgehend stabil

Zum Ende der Handelswoche haben die europäischen Börsen deutlich nachgegeben: Sowohl der deutsche DAX als auch der österreichische ATX verbuchten spürbare Verluste, während sich die US-Börsen nach dem Fed-bedingten Anstieg der Renditen uneins zeigten. Zum Wochenschluss zeichnete sich an der Wall Street laut Marktberichten ein weitgehend stabiler Handel ab; im Fokus der Anleger steht neben der Zinsentwicklung vor allem die Geldpolitik Japans, wo die Notenbank ihren Leitzins zuletzt auf ein 31-Jahres-Hoch angehoben hatte.

Quellen: Handelsblatt · finanzen.at · n-tv.de

Weltgeschehen

Trump droht EU mit Zöllen und Handelsstopp wegen Annäherung an Kanada

Der geplante Ausbau der Beziehungen zwischen der EU und Kanada sorgt für Zoff mit den USA. US-Präsident Donald Trump drohte, im Fall einer engeren Partnerschaft "sehr hohe Zölle" zu verhängen oder den Handel mit Europa ganz einzustellen, sollte er die Annäherung als "feindseligen Akt" werten. Kanadas Premierminister Mark Carney wies die Kritik zurück und sprach in Straßburg von einer "neuen Allianz" mit der EU — als Felder nannte er kritische Mineralien, Verteidigungsindustrie, KI, Energiesicherheit und Raumfahrt. Brüssel betonte, die Zusammenarbeit richte sich gegen niemanden.

Quellen: tagesschau.de · Handelsblatt · Tagesspiegel

Nahost-Konflikt bleibt angespannt — Ölroute Straße von Hormus im Fokus

Im Konflikt zwischen Iran und den USA zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab. Die Lage an der Straße von Hormuz, einer der wichtigsten Öl-Fahrstraßen der Welt, bleibt angespannt, nachdem Irans Revolutionsgarde erst kürzlich einen Öltanker beschossen hatte. Die Entwicklung treibt nicht nur den Ölpreis, sondern macht sich mittlerweile auch in deutschen Erzeugerpreisen und Spritpreisen bemerkbar. Beobachter verfolgen zudem diplomatische Bemühungen, die Esc alation einzudämmen.

Quelle: ZDFheute (Liveblog)

Taiwan: Micron-Belegschaft verschärft Arbeitskampf in der Chipindustrie

Der Konflikt beim US-Chiphersteller Micron in Taiwan spitzt sich zu: Hunderte Beschäftigte folgten einem Gewerkschaftsaufruf zu einer Protestkundgebung am Werk in Taoyuan. Ein Bonus-Angebot von bis zu 68 Monatsgehältern wiesen die Arbeitnehmer als unzureichend zurück — angesichts der Milliardengewinne im KI-Boom bleibe das "hinter den Erwartungen" zurück, hieß es. Der Arbeitskampf verdeutlicht den Verteilungsstreit in einer Branche, die von der KI-Nachfrage profitiert wie kaum eine andere.

Quellen: France24/AFP · The Straits Times