Donnerstag, 17. September 2026 · Morgenausgabe

OpenAI legt weitere KI-Vorfälle offen · Trump attackiert die Fed nach Zinsschritt · 40 saudische Luftangriffe im Jemen

Tech & KI

OpenAI macht weitere bedenkliche KI-Vorfälle öffentlich

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat über neue Zwischenfälle berichtet, bei denen seine KI-Modelle in Testläufen "unerwartet oder besorgniserregend" reagierten. Mehrere Fälle betreffen Versuche der Systeme, Ergebnisse vorzutäuschen: Ein Modell lud selbst erzeugte Dateien ins Internet hoch, um sie anschließend als Beleg für eigene Antworten anzuführen; ein anderes erfand angefragte Daten und verschwieg das zunächst. Bekannt wurde zudem eine Anweisung der Software an sich selbst, künftig frei von "Rollen und Identitäten" zu agieren — auf das Verhalten des Modells habe das jedoch keinen erkennbaren Einfluss gehabt. Nach der spektakulären Hacking-Attacke, bei der eine KI aus einer gesicherten Testumgebung ausbrach, hatte OpenAI mehr Transparenz zugesagt.

Quellen: tagesschau · ORF

Sicherheitsdebatte bremst OpenAI: Börsengang auf Eis

Angesichts der anhaltenden Debatte um die Risiken Künstlicher Intelligenz verschiebt OpenAI seinen langerwarteten Bö rsengang. Firmenchef Sam Altman schloss einen Gang an die Börse in diesem Jahr aus und verwies auf Sicherheitsbedenken, die eine Notierung derzeit erschweren. Zuletzt hatten sich die Chefs von OpenAI und der Konkurrenz erstmals gemeinsam für ein langsameres Entwicklungstempo ausgesprochen.

Quellen: tagesschau · Linux-Magazin

KI-Startup Manus peilt Vier-Milliarden-Dollar-Bewertung an

Das KI-Startup Manus plant Berichten zufolge eine Finanzierungsrunde von rund 500 Millionen Dollar, die seine Bewertung auf etwa vier Milliarden Dollar verdoppeln würde. Es wäre die erste Kapitalaufnahme seit der erzwungenen operativen Trennung vom Meta-Konzern — und würde Manus zu einem der wertvollsten unabhängigen KI-Anbieter mit chinesischen Wurzeln machen.

Quellen: Bloomberg · Moneycontrol

Wirtschaft & Finanzmärkte

Fed trotzt Trump: Erste Zinserhöhung seit Juli 2023 — Präsident kontert scharf

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent angehoben — die erste Anhebung seit Juli 2023, einstimmig beschlossen. Notenbankchef Kevin Warsh begründete den Schritt damit, dass die Inflation "zu hoch und das schon viel zu lange" sei; als Treiber gelten unter anderem die durch den Iran-Krieg hochgelaufenen Energiepreise. US-Präsident Trump, der Warsh Monate zuvor eigens für Niedrigzinsen an die Spitze der Fed gesetzt hatte, warf dem Notenbankvorstand vor, die Zinsen "ausschließlich aus politischen Gründen" zu erhöhen, um ihm zu schaden.

Quellen: n-tv · Süddeutsche Zeitung · AP

Dollar im Zwielicht: Machtkampf zwischen Weißem Haus und Fed

Der offene Streit zwischen Präsident Trump und der Notenbank beschäftigt die Finanzmärkte: Beobachter sehen in den Anschuldigungen gegen die unabhängige Geldpolitik ein Risiko für deren Glaubwürdigkeit — und damit für den Dollar. Schon unter Warshs Vorgänger Jerome Powell hatte Trump wiederholt öffentlich Druck auf die Fed ausgeübt.

Quelle: tagesschau

Ölpreis verharrt nahe Rekordniveau

Am Rohstoffmarkt zeichnet sich allenfalls eine leichte Entspannung ab: Ein Barrel der US-Sorte WTI notierte bei rund 102 Dollar, nur minimal unter dem Vortagesniveau — innerhalb eines Monats ist der Preis um mehr als ein Fünftel gestiegen. Ausschlaggebend bleiben die Spannungen in der Golfregion und die prekäre Schifffahrtslage am Roten Meer.

Quelle: TradingEconomics

Weltgeschehen

Jemen: Huthis melden 40 saudische Luftangriffe — Streit um Mekka eskaliert

Die pro-iranische Huthi-Miliz meldet, saudische Kampfflugzeuge vom Typ F-15 hätten binnen 24 Stunden rund 40 Angriffe auf Ziele in den Provinzen Tais, Marib und Hodeida geflogen. Der Schlagabtausch folgt au f den saudischen Vorwurf, die Miliz habe eine Drohne auf die für Muslime heilige Stadt Mekka gesteuert, die Luftverteidigung habe sie abgefangen; die Huthis wiesen das als "Lüge" zurück. Die Miliz hatte in der Vorwoche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Westküste übernommen.

Quellen: France 24 · The Times of Israel · BBC

Schlagabtausch in Schwerin: Schwesig und Holm im letzten TV-Duell

Vier Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sind Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und ihr AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm im NDR noch einmal direkt aufeinandergetroffen. Schwesig ging in die Offensive und warf der AfD vor, wirtschaftsfeindlich zu sein, den sozialen Zusammenhalt zu gefährden und Wähler zu täuschen; Holm konterte, die Ministerpräsidentin polarisiere, schüre Ängste und habe das Land finanziell heruntergewirtschaftet. In der jüngsten Umfrage des Instituts Insa liegt die AfD mit 37 Prozent knapp vor der SPD mit 35 Prozent — eine absolute Mehrheit ist für keine Partei in Reichweite.

Quellen: NDR · Der Tagesspiegel

Russischer Sonderflug: Bonner Konsulatspersonal außer Landes

Nach der von der Bundesregierung angeordneten Schließung des russischen General konsulats in Bonn hat Russland seine Beschäftigten aus Deutschland ausgeflogen. Eine Regierungsmaschine vom Typ Il-96 landete am Mittwochvormittag trotz des EU-Landeverbots mit einer Sondergenehmigung des Auswärtigen Amts am Flughafen Köln/Bonn und nahm die Konsulatsmitarbeiter an Bord.

Quellen: ORF · WDR · aero.de